Sonntag, 19. August 2012

The Sorrow - Kein Bock auf Stillstand

The Sorrow haben Österreich in Sachen Metal ein neues Gesicht verpasst. Die Vier fleißigen Vorarlberger konnten nach kürzester Zeit internationale Augen auf sich ziehen. Doch das junge Gesicht hat mittlerweile Bartstoppeln und erste Falten bekommen. Depression, persönliche Probleme, Isolation, Krankheitsfälle - in den letzten Jahren musste die Band Einiges wegstecken. Doch auf Regen folgt Sonnenschein, The Sorrow kämpfen weiter. "Misery Escape" wird die neue Platte heißen, und sie verkörpert genau diese positive Einstellung. Andreas Mäser, Lead-Gitarrist von The Sorrow hat uns exklusiv ein paar Fragen dazu beantwortet.


Andi von The Sorrow

Steht ein Konzept hinter "Misery Escape"?
Wie immer verarbeiten wir in unseren Texten persönliche und alltägliche Dinge, die auch Jeden betreffen und Jeder tagtäglich erlebt. Liebeskummer, Isolation, Depressionen, Hoffnungen, usw. Ein Konzept gibt es nicht wirklich, mit Misery Escape wollen wir den Leuten helfen und Kraft geben, den Miseren ihres Lebens zu entkommen. Man sollte immer versuchen, positiv zu denken. Egal, wie schwer man es hat! Die Krebserkrankung unseres Drummers hat schon seine Spuren in unserem Leben hinterlassen.

"Die Krebserkrankung unseres Drummers hat schon seine Spuren in unserem Leben hinterlassen."


Beschreibe das Album in drei Worten.
Emotional / Episch / Melodisch

Mit dem Album „The Sorrow“ habt ihr euch auch ein großes Stück weit neu erfunden. Baut die neue Platte darauf auf, oder dürfen wir uns auf noch mehr Veränderungen gespannt machen?
 Ich glaube, wir sind eine Band, die sich immer weiterentwickelt und das ist auch gut so! Wir haben keinen Bock, immer die selbe Platte zu machen, das würde uns zu Tode langweilen. Es gibt sicher Momente auf Misery Escape die keiner erwartet!

Misery Escape Artwork

Zu eurem letzten Album „The Sorrow“ habt ihr ein visuelles Konzept entwickelt, das sich vor allem auch live sehr gut gemacht hat. Wird es das zur neuen Platte auch geben?
Wir tun, was wir können, um den Leuten auch visuell was zu bieten! Es wird ein paar coole Spielereien mit Licht geben. Aber da sind wir gerade am Überlegen, was wir machen können und was auch überhaupt möglich ist!

Habt ihr nach den Aufnahmen zu eurem vorigen Album einen Aspekt herausgepickt, den ihr unbedingt verbessern wolltet?
Wir sehen eigentlich immer das Gesamte und versuchen einfach, unser Bestes zu geben und gute Songs zu schreiben. Technisch kann man sich immer verbessern aber was nützt die ganze Technik wenn der Song nix taugt? Ich finde, dass es uns diesesmal echt gut gelungen ist und ich hoffe den Leuten gefällt's ;-)


The Sorrow im Proberaum
Wann und wo wurde das Album geschrieben – ihr wart ja doch sehr fleißig unterwegs?
Die Songs haben wir letzes Jahr im Herbst geschrieben. Über 2 Monate lang haben wir uns fast täglich im Proberaum getroffen und zusammengefügt, was sich so im letzten Jahr an Ideen angesammelt hat! Das funktioniert eigentlich immer ganz gut und hat sich auch bei uns bewährt. Wir machen das hauptsächlich am Computer, weil es einfach schneller geht. Das macht den Prozess um einiges leichter für uns.


"Mätze ging dieses Mal durch die Hölle"


Wie hat sich der Recording-Prozess gestaltet? Gab es für euch Probleme dabei?
Ja es gab einige Probleme, die Aufnahmen haben sich ja über Monate gezogen! Wir haben im Studio noch sehr viel mit unserem Produzenten Sky van Hoff an den Songs gearbeitet, auch zum Teil sehr viel umgeschrieben und probiert. Sky hat echt ein goldenes Händchen was das Songwriting angeht und er hat echt einen wahnsinns Job gemacht! Mätze ging dieses Mal durch die Hölle, holte sich sogar einne Stimmbandentzündung und hatte 10 Wochen Gesangssperre. Zwischendurch mussten wir die Aufnahmen unterbrechen, weil wir arbeiten mussten, um überhaupt noch was zu essen auf dem Tisch zu haben. Es hat sich alles in die Länge gezogen aber jetzt sind wir wirklich glücklich und zufrieden damit.

Das neue Album ist das erste für Napalm Records. Hat sich in dieser Hinsicht etwas geändert? Habt ihr mehr Unterstützung für die Album-Produktion bekommen?
Ich denke das wir man jetzt sehen. Wir sind froh, bei einem Label zu sein, das seinen Sitz in Österreich hat, das macht die Kommunikation um einiges leichter! Bis jetzt haben wir ein gutes Gefühl und schauen positiv in die Zunkunft!

Was erwartet ihr euch von der Zusammenarbeit mit Napalm Records. Warum habt ihr gewechselt?
Unser Vertrag bei Drakkar ist ausgelaufen und wir waren auf Labelsuche, weil wir nicht unbedingt dort verlängern wollten. Wir hatten ein paar Angebote aber wir haben uns für Napalm entschieden, weil wir der Meinung sind, dass es ein Label mit Zukunft ist. Die ganzen Labels gehen den Bach runter wie man gerade mitkriegt und bei Napalm sind wir gut aufgehoben.


The Sorrow 2012

Euer Debüt-Album „Blessings from A Blackened Sky“ ist vor kurzem 5 Jahre alt geworden. Wenn du es mit eurem neuen Album vergleichst – was hat sich alles geändert, und was ist gleich geblieben?
Gleich geblieben ist sicher unser Ehrgeiz, immer das Beste rauszuholen und alles zu geben, damit die Platte gut wird. Verändert hat sich der Sound der Platte. "Blessings" war für damalige Verhältnisse echt gut und wir sind auch Stolz darauf, doch so einen Sound wie auf "Misery Escape" hatten wir noch nie. wir sind zum ersten Mal richtig zufrieden damit, wie alles klingt und umgesetzt wurde.

Wie klingen The Sorrow im Jahre 2012?
Wir klingen hoffentlich noch nach uns, darauf achten wir schon. Unsere Trademarks möchten wir natürlich behalten, wir halten nichts davon eine Platte zu machen die überhaupt nicht mehr nach The Sorrow klingt. Man merkt der Platte an, dass wir schon eine große Entwicklung gemacht haben, aber man wird uns noch zu 100% erkennen.

"Wir hoffen so viele Menschen wie möglich zu berühren und glücklich zu machen."


Welche „Ziele“ habt ihr mit dem Album?
Wir hoffen natürlich, so viele Menschen wie möglich damit zu berühren und glücklich zu machen. Musik ist so wichtig für die meisten Menschen und es gibt nichts Schöneres für uns, als wenn uns Leute schreiben, dass unsere Songs ihnen in gewissen Situationen geholfen haben. Natürlich wäre es auch schön, viele Platten zu verkaufen und vielleicht sogar von der Musik zu leben aber das bleibt wohl ein Traum ;-) Es macht uns Spaß so wie es ist und wir können uns gar nicht vorstellen ohne die Band zu sein!

Anschaun!

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